Samstag, 30. Juli 2016

Komm fort - 2 Seelen wohnen ach in meiner Brust!

Wie oft hast Du schon von der sogenannten Komfortzone gehört?
In welchem Zusammenhang wurde dieser Begriff erwähnt?
Was bedeutet es für Dich Deine Komfortzone zu verlassen?
Wann hast Du das zum letzten Mal bewusst getan und welche Erfahrung hast Du dabei gemacht?

Antworten auf all diese Fragen kannst Du von mir nicht bekommen, doch lese gerne weiter in meiner aktuell spannendsten Geschichte vom Verlassen meiner Komfortzone:

"KOMM FORT!"

So sollte die Aufforderung an Dich selbst lauten, immer dann, wenn es mal wieder zu gemütlich und eingefahren wird in deinem Leben. Komm fort aus der Komfortzone!
Warum?
Weil alles, was wir uns wünschen, wie herausragende Erfolge, Anerkennung, Reichtum, Abenteuer oder zum Beispiel die Aufmerksamkeit und Zuneigung der/des schönen Unbekannten, die Strandfigur, ein höheres Einkommen, eine Beförderung, der Südseeurlaub, das Traumhaus, das Traumauto, usw ... ausserhalb unserer Komfortzone liegt.
Alle diese Wünsche und Bedürfnisse können wir uns nur erfüllen, wenn wir aktiv etwas an unserem gewohnten Verhalten verändern!

Nicht jedoch, wenn wir uns Tag um Tag oder Abend für Abend weiter aufhalten auf der kuschelig warm gefurzten, komfortablen Sofaecke unseres Wohnzimmers. Da, wo wir alles kennen und sich unsere Aktivitäten auf die Bewegungen des Daumens beim Zappen oder das Nachschub aus dem Kühlschrank holen, beschränken.

Okay. Soweit zur Theorie!

Ich befinde mich also 5 Tage vor Abreise nach Tanzania, Afrika zur Besteigung des höchsten und größten allein stehenden Berges dieses wunderschönen Planeten.
Der Flug ist gebucht.
Die Reise ist bezahlt. Alles komplett arrangiert und organisiert durch die Veranstalter K2adventures.org und obendrein begleitet von einem der weltweit erfolgreichsten Trainer für Verkauf und persönliche Entwicklung, namens Blair Singer. (Blair Singer Mountain Leadership 2016)
 Ausser guten alpinen Wanderschuhen habe ich allerdings noch keine brauchbare Ausrüstung und Zeiten von Vorbereitung und Training habe ich immer erfolgreich verschoben ...
Die Entscheidung zusammen mit meinen Freunden und Kollegen von worldwidesuccesspartners.com den Kilimanjaro zu besteigen, war an einem Abend im November in München ganz leicht gefallen.
Ich war noch nie in Afrika, der Teamgeist der Leute war toll und Juli 2016 noch weit weg ...

Jetzt steht diese Reise realistisch nah vor der Tür!

Auf einmal bekomm ich's mit meiner Angst zu tun!
Was, wenn ich das Tempo der anderen nicht mithalten kann?
Ich hab keinerlei Erfahrung, wie mein untrainierter Körper auf die Höhe reagiert.
Höher als vielleicht 1500 m war ich nie, der Kilimanjaro ist aber fast 4 mal so hoch ...
Wenn ich das irgendwie schaffen will, dann brauche ich noch geeignete Funktionsklamotten, einen Schlafsack, der auch bei zweistelligen Minustemperaturen noch warm hält und Wanderstöcke, die helfen den Gipfel zu besteigen und auch wieder runter zu kommen ... Beim Lesen der Packliste des Veranstalters wird mir schwindelig.
Das kostet sicher auch wieder ein "Vermögen"!
Warum hab ich nur zugesagt? Was hab ich eigentlich davon diesen blöden Berg zu besteigen, der auch noch sooo weit entfernt liegt! Allein die Hin- und Rückreise dauern zusammen über 40 Stunden. Das sind fast 2 Tage und 2 Nächte nur im Auto, Zug und Flugzeug sitzen! Abartig!
Warum will ich eigentlich diesen Berg besteigen?
Ich hab keine Ahnung. Eigentlich würde ich doch viel lieber zuhause bleiben.
Die Kinder sind für eine Woche beide bei den Großeltern und Jana und ich könnten uns eine richtig schöne gemeinsame Woche machen.
Endlich mal Zeit für ALLES, was sonst so oft auf der Strecke bleibt ... Ich denke jetzt nicht an die Steuer - zwinker!
Andererseits hab ich keine Reiserücktrittversicherung abgeschlossen und es ist ungewiß, ob ich auch im Krankheitsfall überhaupt Anspruch auf die Kosten oder wenigstens einen Teil des Geldes habe.
Egal. Alles besser als all die Strapazen, und die Ungewißheit, die mir jetzt mit dem unaufhaltsam näher rückenden Reisetermin drohen!
Ich schreibe also 5 Tage vor Reisebeginn die mich hoffentlich befreiende Email, dass ich aufgrund eines Unfalls beim Fußballspielen mit meinen Söhnen nicht teilnehmen werden könne.
Die Antwort der Veranstalterin Kristen Sandquist kommt noch am selben Abend. Es tue ihr leid. Sie werde alle Buchungen vor Ort wie Hotels und die Safari stornieren. Selbstverständlich könne Sie mir die Reisekosten nicht erstatten, ich könne die Reise aber gegen einen geringen Aufpreis gerne im Folgejahr in einem anderen Team antreten.
Hmmm, das schmeckt bitter - vielleicht doch die Ungewißheit in Kauf nehmen?!
In diesem Moment klingelt mein Handy. Es ist meine Freundin und Coach Michaela Wild, die mich ohne Umschweife direkt fragt: " Sag mal Marc, Du bist doch nicht wirklich verletzt, oder? Die Geschichte mit dem geschwollenen Sprunggelenk hast Du Dir doch ausgedacht, oder?
Ich kann und will Michaela einfach nichts vormachen. Wir haben einen Ehrenkodex und der ist mir super wichtig, um nicht zu sagen heilig.
Ja, Michi, stimmt, ist ne "Notlüge" ich hab auf einmal unglaublich Schiß!
Das zeigt sich auch den ganzen Tag schon auf meinen flotten Toilettengängen.
Wir telefonieren noch eine gute Viertelstunde, Michaela stellt mir einige Fragen zu meinen Bedenken, Zweifeln und Ängsten. Sie sagt mir, wie sehr sie sich wünscht, dass ich mit dabei sei. Sie gibt mir das Gefühl an mich zu glauben, mehr als ich selbst das in diesem Moment kann. Das aber ist ausschlaggebend, dass ich sage: " Jetzt oder nie! Dann werd' ich in den sauren Apfel beißen!
Am Ende siegt das FÜR und nicht das WIDER!
Meinen flotten Otto sollte ich bis zur Ankunft in der Mountain Lodge in Moshi, Tanzania, nicht loswerden.
Eine gute Ausrüstung gönne ich mir aber beim Outdoorausstatter in Kassel in den kommenden beiden Tagen - für mich ein wichtiger Akt von Selbstliebe, statt Selbstbestrafung - und am Tag drauf geht's auch schon los!
Wie und was ich auf der Reise nach Afrika, am Fuß des Kilimanjaro und auf der Wanderung zum Gipfel erlebt habe, lest ihr in meinen nächsten Blogartikeln ...

Schon oft gehört, schon oft anderen erzählt und als Life Coach ermutige ich auch immer wieder die Andere dazu ihre Komfortzone zu verlassen. Jetzt aber hab ich es auf existentielle Weise einmal mehr gefühlt, was es für mich bedeutet ...
Ich wünsche Dir, dass Du das Leben nimmst und auch immer wieder Gelegenheiten suchst und findest, deine Komfortzone zu verlassen. Nur so findet Entwicklung statt.
Lass Dich nicht vom inneren Schweinehund einlullen, es sei doch viel besser, sicherer und gemütlicher hier. Vielleicht nimmst Du ja auch, genau wie ich Kontakt zu einem Coach auf, der Dich verantwortlich hält. So wie Michaela das für mich tut.
Die Komfortzone ist unsere Home Base. Ein sicherer Ort, den es immer wieder zu verlassen gilt, zu dem wir aber auch immer wieder zurückkehren. Mit jeder Erfahrung des Verlassens dieses Ortes, wachsen wir und stärken den Glauben an uns selbst und unsere Fähigkeiten und Möglichkeiten.
Die Zeit, wie ein gut genährter Löwe im Zoo müde und reaktiv in der Langeweile deines Tellerrandes zu versauern, ist endlich vorbei! Auf Dauer macht Dich das immer kurzsichtiger und irgendwann glaubst Du nichts ließe sich mehr verändern.
Also schwing die Hufe und geh deiner nächsten Dir angemessenen Herausforderung nach! Ich wünsch Dir, das Du das gigantische in Dir schlummernde Potenzial erweckst und ausschöpfst!
Viel Spaß dabei!

Kommentare:

  1. Notgedrungen raus aus der Komfortzone - das fällt schon schwer genug. Ich musste das mehr als einmal tun, immer war es mit Gewinn, Klärung und einem Erkenntnisgewinn verbunden. Freiwillig raus ist eine große Kunst! Es scheint ja so überflüssig!

    Im Flachs, im Überschwang, da kommt man auf so bekloppte Ideen! Kurz nach dem Abitur, ab nach Skandinavien, eine kurze Entscheidung bei einer Tasse Kaffee in einer Freistunde ein halbes Jahr zuvor - zwei Schulkollegen, mit denen ich so gut wie nichts zu tun hatte, geplante 6 Wochen, wild campen, 10000 Kilometer und kein Geld. Davon zehre ich noch jetzt, 30 Jahre später!

    Natürlich wird man für verrückt gehalten, was hat einen da bloß geritten!

    Großes Kompliment und Respekt, lieber Marc, und danke für deine Ehrlichkeit! Es tut gut, dass ein Mensch, von dem ich glaubte, er würde wirklich alles ausschließlich mit Freude angehen, so viel Muffe zeigt! Das gibt zusätzlich Schub. Macht Lust auf mehr - zu lesen und selbst zu erleben!

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  2. Super! Das SELBST ERLEBEN macht's aus! Ich hoffe wir sind uns gegenseitig immer wieder Ansporn fürs Verlassen der eigenen Komm-fort-Zone ;-)

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